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Windpocken

Definition

Windpocken, medizinisch auch Varizellen genannt, ist eine hochsteckende Viruserkrankung, woran meistens Kinder erkranken. Ausgelöst wird die Krankheit durch den Varizella- Zoster- Virus ( VZV ), der zu der Familie der Herpesviren gehört.

Sind die Windpocken geheilt, verweilen die Viren ein Leben lang in unserem Körper, genauer gesagt in den Nervenbahnen. Ist das Immunsystem in seinem weiteren Leben geschwächt, etwa durch Stress, durch eine andere Erkrankung zum Beispiel AIDS oder durch das hohe Alter, so können sich die Viren erneut aktivieren und eine Gürtelrose entwickeln.

Bekam man eine Impfung gegen die Windpocken, so kann trotz alle dem eine Gürtelrose entstehen. Aber in der Regel ist eine Gürtelrose eine Reaktivierung der ruhenden Varizella- Zoster- Viren.

Infektionsweg:

Die Windpocken sind sehr ansteckend und werden überwiegend von Mensch zu Mensch durch den direkten Kontakt übertragen ( Tröpfcheninfektion ). Eine Ansteckung ist zum Beispiel durch das Husten, Sprechen, Niesen und sogar durch die Luft möglich.

Es ist auch bekannt, dass die Viren einige 100 Meter weit „fliegen“ können. Dies lässt sich auch schon von dem Namen der Erkrankung erahnen.

Gerät man mit dem Virus in irgendeiner Weise in Kontakt, so ist eine Ansteckung zu 99% nicht auszuschließen.

 

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit einer Windpocken - Erkrankung beträgt 14 - 21 Tage.

Ansteckend sind die Windpocken bereits 2 Tage vor den ersten bis 5 Tage nach den letzten Bläschen.

Symptome

Windpocken machen sich durch folgende Prodomalsymptome bemerkbar:

  • Müdigkeit
  • Fieber
  • Gliederschmerzen
  • Abgeschlagenheit
  • Kreuzschmerzen
  • Unwohlsein

Anschließend erscheinen nach ca. 2 Tagen linsengroße rote Flecken auf der Haut. Diese entwickeln sich als nächstes zu stark juckenden Bläschen, die mit einer wässrigen hoch ansteckenden Flüssigkeit versehn sind. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass die Bläschen durch den extrem starken Juckreiz nicht aufgekratzt werden, da ansonsten Narben zurück bleiben können. Der Arzt verschreibt Ihnen eine extra für Windpocken vorgesehene Lotion, die den Juckreiz lindert.

Der Ausschlag entsteht etwa 1 bis 2 Wochen und besteht immer aus Bläschen in verschiedenen Stadien:

  • rote Flecken
  • frische wassergefüllte Bläschen
  • eingetrocknete Bläschen
  • Krusten

Nachdem die Bläschen verkrustet sind, fällt der Schorf ab.

Der Ausschlag kann überall am Körper vorhanden sein, sogar an den Augen, im Genitalbereich und auf den Schleimhäuten.

Diagnose:

Da sich bei der Windpocken – Erkrankung ein typischer Hautausschlag bildet und dieser nach einer kurzen Zeit zu stark juckenden Bläschen wird, kann der Arzt in den meisten Fällen durch eine Anamnese und durch eine Inspektion ( Ansehen der Haut ) die Diagnose stellen. Bei der Anamnese wird der Arzt einige Fragen zu dem Hautausschlag stellen und interessiert sein, welche Symptome ansonsten aufgetreten sind.

Hat der Arzt dennoch seine Zweifel, ob es sich um Windpocken handelt, so kann er eine Blutuntersuchung veranlassen, wo die Antikörper im Blut nachgewiesen werden. Auch kann eine direkte Untersuchung der Bläschenflüssigkeit Klarheit schaffen.

Dennoch finden beide Untersuchungsmethoden zur Diagnosestellung der Windpocken sehr selten Anwendung.

Therapie

Die Therapie von Windpocken basiert in erster Linie auf die Linderung der Beschwerden.

Um den Juckreiz zu lindern können zum Beispiel kalte Umschläge oder zinkhaltige Salben angewendet werden. Zudem sollte man die vom Arzt verschriebene juckreizstillende Lotion auftragen.

In der Regel wird der Juckreiz extrem stark, wenn man sich schlafen legt. Für diese Situationen können Antihistaminika helfen. Die Ärzte setzen Antihistaminika auch gegen den Juckreiz bei allergischen Erkrankungen ein. Nimmt die Windpocken-Erkrankung einen schweren Verlauf an, so kann eine Therapie mit einem Virustatikum, welches die Viren- Vermehrung hemmt, sinnvoll sein. Ein häufig benutztes Virustatikum ist das Medikament mit dem Wirkstoff Aciclovir.

Auch wird dieses bei Patienten mit einem schwachen Immunsystem eingesetzt.

Zudem gibt es einige Punkte, die Sie zusätzlich beachten sollten:

  • Der Betroffene Patient sollte das Haus nach Möglichkeit nicht verlassen ( Ausnahme: der Gang zum Arzt ), solange Bläschen vorhanden sind, auch verkrustete Bläschen sind ansteckend.
  • Verweilen Sie am besten in einem kühlen Raum, denn Wärme und Schweiß verstärken den Juckreiz.
  • Vermeiden Sie das aufkratzen der Bläschen! Es besteht die Gefahr sich eine bakterielle Entzündung zuzuziehen und andere Körperstellen zu infizieren.
  • Achten Sie besonders auf eine Körperhygiene. Man sollte sich regelmäßig die Hände gründlich waschen, um verweilende Bakterien an den Händen zu vernichten.

Verlauf

In den meisten Fällen verläuft eine Windpocken- Erkrankung harmlos. Dennoch kann es passieren, dass es zu einer bakteriellen Entzündung kommt, vor allem, wenn die Bläschen aufgekratzt werden. Auch kann eine zusätzliche bakterielle Infektion auf die Gelenke oder auf andere Organe übergreifen, zum Beispiel auf die Leber, auf das Gehirn oder auf die Lunge.

Leiden Menschen mit einem geschwächten Immunsystem an Windpocken, dies könnten zum Beispiel ältere Leute, Neugeborene oder anderweitig erkrankte Menschen sein, so besteht in den ersten 5 – 7 Tagen eine ernst zu nehmende Gefahr. In diesen Fällen ist die ständige Beobachtung des Betroffenen durchaus wichtig.

Ist eine schwangere Frau in der 5. bis 24. Schwangerschaftswoche an Windpocken erkrankt, so besteht die Möglichkeit, das Virus dem Ungeborenen zu übertragen. Leidet die Mutter an einer Gürtelrose ( Herpes zoster ), so besteht keine Gefahr, dass das ungeborene Kind infiziert wurde.

© hautausschlag.at

Hautausschlag Tags: Ursachen

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