Definition:
Rosacea ist eine chronische, akneähnliche Hauterkrankung und wurde daher auch früher „Akne rosacea“ genannt. Die Entzündung, welche in Schüben verläuft, tritt dabei im Gesicht auf; vor allem die Nase, die Stirn, das Kinn und die seitliche Region der Wangen sind betroffen.
Charakteristisch sind die Symptome der Erkrankung ( siehe unter „Symptome „ )
Die entzündliche Hauterkrankung betrifft meistens Menschen, die im mittleren Alter sind und dem „keltischen“ Typ angehören, auf.
Der „keltische“ Typ ist charakterisiert durch seine roten oder hellblonden Haare, seine helle Haut und seine Sommersprossen.
Ursachen:
Die genaue Ursache einer Rosacea- Erkrankung ist noch nicht bekannt.
Es wird vermutet, dass bei der Entstehung von Rosacea viele Faktoren eine Rolle spielen.
Dazu gehören:
- Genetische Prädisposition, d.h. ein erhöhtes angeborenes Risiko für eine Krankheit
- Vererbung
- Entzündliche Darmerkrankung
- Vitaminmangel
- Psychische Faktoren
- Helicobacter pylori Erkrankung
- Dyspeptische Beschwerden, darunter fallen Verdauungsbeschwerden mit Blähungen, Völlegefühl, Aufstoßen, Brechreiz, Magenkrämpfe und Appetitlosigkeit
- Haarbalgmilbe ( Demodex folliculorum )
- Endokrine Stoffwechselstörungen ( z.B. Störung der Schilddrüse, Bauchspeicheldrüse, Nebenniere usw. )
- Mikrozirkulationsstörungen, d.h. die Durchblutung und auch der Stoffaustausch in den kleinsten Blutgefäßen, den Kapillargefäßen, gestört
- Hepthopathien, dies ist die allgemeine Bezeichnung für Leber- und Gallenwegserkrankungen
Symptome:
Die Symptome einer Rosacea sind mit den Symptomen einer ( schweren ) Akne zu vergleichen.
Am Anfang tritt dabei eine anhaltende Rötung der Haut im Gesicht auf und es Bilden sich kleine Äderchen.
Dann entstehen fleckige Rötungen, die vor allem auf der Nase, auf der Stirn, am Kinn und seitlich auf den Wangen sichtbar werden.
Zudem können sich kleine Knötchen ( Papeln ) und Eiterbläschen ( Pusteln ) bilden. Auch polsterartige Schwellungen, die durch Flüssigkeitseinlagerung ( Ödeme ) entstehen, können vorhanden sein.
Im weiteren Verlauf verändert sich die Haut, indem sie dicker und gröber wird.
Häufig bildet sich bei den Männern als Folge der Rosacea- Erkrankung eine Knollennase.
Der Unterschied zwischen der Rosacea- Erkrankung und einer Akne- Erkrankung ist, dass bei der Rosacea keine Mitesser ( Komedonen ) vorhanden sind.
Dennoch kann es möglich sein, wenn Mitesser vorhanden sind, dass es sich um eine Mischerkrankung mit Rosacea und Akne besteht.
Diagnose:
Anhand einer klinischen Untersuchung beim Arzt, kann die Diagnose meistens schon daraus erfolgen.
Der Arzt führt eine Anamnese durch und ermittelt die typischen Symptome wie:
- Augenprobleme
- Hautrötung
- Pusteln und Papeln
- sichtbare Gefäßerweiterungen
Aus der Anamnese kann der Arzt nun feststellen, welche Lebensgewohnheiten das Krankheitsbild verschlechtern lässt.
Ist der Arzt sich dennoch nicht sicher, um welche Erkrankung es sich handelt, so wird er eine Biopsie ( Entnahme einer Hautprobe ) veranlassen oder selber durchführen.
Da die Rosacea- Erkrankung der Akne und auch der Mundrose ( periorale Dermatitis ) sehr ähnlich ist, müssen diese beiden Krankheiten ausgeschlossen werden.
Auch für den Arzt ist es eine schwierige Angelegenheit, wenn auch Mitesser vorhanden sind.
So ist es nicht selten, dass die Rosacea verkannt wird und für eine Akne gehalten wird.
Therapie:
Die Therapie der Rosacea ist von dem jeweiligen Stadium der Erkrankung abhängig.
Wichtig ist jedoch immer, die Krankheit genauestens zu beobachten und zu kontrollieren.
Bei einer leichten Rosacea wird eine lokale Therapie mit einem Antibiotikum oder einer anderen antiphlogistischen ( entzündungshemmenden ) Creme vorgezogen.
Bekannt sind antibiotische Salben mit dem Wirkstoff Erythromycin oder Metronidazol.
Außerdem kann eine zweimal täglich durchgeführte Massage an den betroffenen Hautstellen sehr hilfreich sein. Die Massage soll 5 – 10 Minuten kreisförmig ausgeübt werden.
Handelt es sich um eine ausgeprägte Form der Rosacea und sind schon Komplikationen wie zum Beispiel Augenprobleme vorhanden, so muss eine orale Antibiotika- Einnahme erfolgen.
Es haben sich Antibiotika mit den Wirkstoffen Erythromycin, Tetrazyklin und Minoclyclin bewärt.
Gelingt mit diesen Wirkstoffen keine anhaltende Besserung, so gibt es noch eine sehr wirksame Behandlungsalternative: die Gabe von Isotretinoin. Hier genügt in der Regel schon die tägliche Gabe von 10 bzw. 20mg über 3 bis 6 Monate.
Bleibende Rötungen und auch rote Äderchen können mit einer speziellen Laserbehandlung entfernt werden. Hier sind je nach Größe der betroffenen Hautfläche eventuell mehrere Sitzungen notwendig. Auch die Knollennase kann Mittels eines Lasers oder auch chirurgisch behandelt werden. Nach einer Laserbehandlung bleiben oft Reizungen und auch Schwellungen der Haut zurück, die aber in der Regel schnell wieder verschwinden.
Augenprobleme müssen speziell und je nach Symptomatik bei einem Augenarzt behandelt werden.
Tipps und allgemeine Maßnahmen:
- regelmäßige hautschonende Reinigung
- Sonnenschutzmittel mit einem hohen Lichtschutzfaktor verwenden
- Das Gesicht möglichst kühl halten;
folgendes sollte vermieden werden:
- heiße Räume
- heiße Duschen und Bäder
- heiße und scharfe Lebensmittel und Getränke
- Sauna
- Aggressive und alkoholhaltige Salben, Cremes und Waschzusätze vermeiden
- Auslösende und verstärkende Faktoren zu identifizieren und vermeiden, zum Beispiel direkte Sonneneinstrahlung
- Getönte antibakterielle Cremes können die betroffenen Hautpartien abdecken
Komplikationen:
Zu den Komplikationen einer schweren Rosacea gehören Augenprobleme, die mit einer Entzündung der Bindehaut, des Lidrandes der Hornhaut oder der Regenbogenhaut einhergeht.
Fast ausschließlich bei Männern kann eine Talgdrüsenwucherung der Nase auftreten, die sogenannte Knollennase ( Rhinophym ). Diese kann nach der Behandlung der Rosacea mit einem Laser oder chirurgisch behandelt werden.
Verlauf:
Da die Rosacea-Erkrankung eine chronische Erkrankung ist und in Schüben verläuft, ist es dennoch möglich, dass die Krankheit zum Stillstand kommt oder nur leichte Symptome mit sich bringt. .
Dies ist aber nur bei einer gezielten Therapie erreichbar.
Die Eingrenzung besteht zwischen einer leichten Rötung im Wangenbereich und einer starken Pustel- und Papelbildung im ganzen Gesicht.
Besteht jedoch ein schwerer Fall können sich die Symptome auch auf dem Hals, den Ohren, Brust- und Rückenregion und dem Kopf ausbreiten.
Auch leiden etwa 50 Prozent der Betroffenen an Augenprobleme, die jedoch bei einigen nicht von der Krankheit selbst hervorgerufen werden.
Zu den Beschwerden gehören:
- Lidrandentzündung
- Bindehautentzündung
- Hornhautentzündung
Vorbeugen:
Generell kann man den Ausbruch dieser Erkrankung nicht aktiv vorbeugen. Trotzdem gibt es einige Faktoren, die man als Betroffener vermeiden sollte.
Dazu gehören:
- Hitze
- direkte Sonneneinstrahlung
- Genuss von Alkohol
- Scharfe und Heiße Getränke und Lebensmittel
Diese Faktoren haben eine gefäßerweiternde Wirkung und können die Symptome somit verschlimmern.
Es sollte darauf geachtet werden, dass Hautirritationen, die durch die Anwendung von Make- up und Cremes entstehen können, zu vermeiden sind.
Außerdem sollte die Haut morgens und abends immer gründlich gereinigt werden.
Eine regelmäßige Untersuchung bei dem Augenarzt ist aufgrund der möglichen Komplikationen anzuraten.