Definition:
Akne ist eine Hautkrankheit, die von vielen Faktoren abhängt. Charakterisiert ist die Hautkrankheit durch das Vorhandensein von nicht- entzündlichen „Mitesser“, welche im medizinischen Bereich Komedonen genannt werden. Im späteren Verlauf der Akne treten aber auch entzündliche Pusteln ( Eiterbläschen ) , Papeln bzw. Knoten auf. Papeln sind Knötchen, die durch eine Vermehrung der Hautzellen entstehen und eine Verdickung der Haut darstellen.
Überwiegend betroffen bei der Hautkrankheit sind die Talgdrüsenfollikel.
Akne wird zu einer „Volkskrankheit“ gezählt und tritt vorwiegend, etwa 70 bis 90 Prozent, bei Jugendlichen im Alter von 14 und 18 Jahren auf. Wobei die Mädchen meistens früher betroffen sind und sich einen milderen Verlauf entwickelt. In der Regel verläuft die Hautkrankheit jedoch harmlos. Nur bei etwa 10 bis 30 Prozent der erkrankten Menschen müssen behandelt werden.
Akneformen:
Es gibt eine Menge von unterschiedlichsten Akneformen, die alle einen anderen Schweregrad darstellen und auch teilweise im verschiedenen Alter auftreten.
Es gibt drei Akneformen, die nach dem Lebensalter eingeteilt werden:
- Acne neonatorum = Akne im Neugeborenenalter
- Acne infantum oder Acne infantilis = Akne im Kindesalter ( ab dem 3. Lebensmonat )
- Acne tarda = Spätakne ( Männer und Frauen ab dem 30. Lebensjahr )
Nachfolgend stehen einige Akneformen, die wir erwähnen aber nicht weiter erläutern.
- Acne Comedonica = Komedonen bzw. „Mitesser“
- Acne Vulgaris = Akne Vulgaris
- Acne Kosmetica = Kosmetikakne
- Acne Medicamentosa = Medikamentenakne
- Acne Venenata = Kontaktakne
- Acne Aestivalis = Mallorca Akne
- Acne Fulminans = Akne mit Fieber
- Acne Inversa = Akne Inversa
- Acne Papulopustulosa = entzündliche Akneform
- Acne Conglobata = schwerste Akneform
Ursachen:
Wie bereits erwähnt gibt es für die Entstehung der Akne viele verschiedene Faktoren. Beteiligt daran sind sowohl innere als auch äußere Faktoren.
Faktoren, für die Entstehung der Akne, können sein:
- Hormonschwankung
- Veranlagung
- Stress und psychische Belastung
- Medikamente ( z. B. Kortison )
- Flasche Kosmetik oder Cremes
Es wird außerdem vermutet, dass..
- Umwelteinflüsse ( z. B. Chemikalien, Teer, Öl
- Unausgewogene Ernährung ( z. B. viele Süßigkeiten )
- Drogen ( z. B: Zigaretten, Alkohol )
Ebenso zu diesen Faktoren gehören. Aber nachgewiesen ist dies nicht.
Symptome:
Bei der Akne können an verschiedenen Körperstellen verschieden stark ausgeprägte Symptome entstehen.
Steigen die männlichen Geschlechtshormone ( Androgene ) im Körper an, so kommt es in vielen Fällen zu einer Akne. Im Übrigen produziert sowohl der männliche als auch der weibliche Körper gleich viele Androgene! Die Hormone lassen die Talgdrüsen vermehrten Talg bilden. Durch diesen Prozess verstopfen und entzünden sich die Poren.
Bei der Akne- Erkrankung entstehen folgende Symptome:
- Komedonen ( „Mitesser“ )
- Papeln
- Pusteln
- Fettige Haut
Bei einer ausgebildeten Akne treten zusätzlich nachstehende Symptome auf:
- Abszesse
- Entzündliche Knoten
- Krusten
- Narben
Umgangssprachlich wird die Haut mit diesen Symptomen auch unreine Haut genannt. Entstehen kann die Akne an diesen Körperstellen:
- im Gesicht
- am Dekolleté
- im Nacken
- am Rücken
- unter den Achseln
- auf der Brust
- im Genitalbereich
- im Gesäßbereich
- in der Leistenregion
Je nachdem wie stark der Schweregrad der Akne ist und an welcher Körperstelle diese auftritt, können die Entzündungen auch Schmerzen verursachen, zum Beispiel, bei einer Akne in der Leistenregion beim Laufen oder Gehen.
Bei einem schweren Verlauf der Akne können noch zusätzlich Gelenkentzündungen und Fieber auftreten.
Nichts desto trotz bilden sich meistens die Symptome einer Akne-Erkrankung von alleine zurück.
Diagnose:
Der Arzt erkennt in der Regel sofort an dem Erscheinungsbild der Haut, ob es sich um eine Akne handelt oder um eine andere Erkrankung. Die typischen Symptome, wie die fettige Haut, Komedonen, Pickel, Papeln und Pusteln sind dabei für den Arzt besonders wichtig.
Handelt es sich bei den Betroffenen noch um einen Jugendlichen, der gerade in der Pubertät ist, ist es noch einfacher die Diagnose zu stellen.
Nimmt die Akne eine schwere Verlaufsform an, so wird in der Regel von dem Facharzt einen Abstrich vorgenommen, womit er das entzündliche Sekret auf Bakterien untersucht.
Hat der Arzt trotzdem den Verdacht, dass es sich nicht um eine gewöhnliche Akneform handelt oder war der Betroffene schon in mehreren ärztlichen Behandlungen ohne positiven Erfolg, so sollten auf jeden Fall mögliche Grunderkrankungen ausgeschlossen werden, zum Beispiel eine Stoffwechselstörung oder eine Hormonstörung. Auch kann der Hefepilz Candida albicans, solch einen akneähnlichen Hautausschlag hervorrufen. Bei jedem Menschen ist der Pilz im Darm vorhanden. Ist das Immunsystem aus irgendeinen Grund jedoch geschwächt, sei es durch eine dicke Erkältung o. ä. so hat der Pilz die Chance sich zu vermehren und sich im Körper auszubreiten.
Es sollten außerdem auch andere möglichen Ursachen, wie die Unverträglichkeit von Medikamenten oder Kosmetika, ausgeschlossen werden.
Eine gründliche körperliche Untersuchung ist bei einer schweren Akne anzuraten.
Therapie:
Bei jeder Akneform, ist es ratsam einen Facharzt aufzusuchen um eine frühzeitige Therapie zu beginnen. Denn nur so lassen sich mögliche Komplikationen und Narben verhindern.
Bei einer Selbstmedikation bzw. bei den Versuchen die Akne selber in den Griff zu bekommen, erzielt man in den meisten Fällen lediglich eine Verschlimmerung der Hauterkrankung.
Hier einige Maßnahmen, die Sie auf gar keinen Fall anwenden sollten:
- Hautunreinheiten mit Make- up überdecken wollen
- die Komedonen und Pickel ausdrücken
- die Haut oft desinfizieren
- die Haut intensiv und ständig reinigen
Fragen Sie lieber Ihren Arzt, wie sie am besten die Akne kaschieren können, wenn Ihnen das Vorhandensein der Symptome unangenehm ist. Er wird Ihnen mit Sicherheit einige Tipps geben können, die die Akne nicht verschlimmert.
Die eigentliche Therapie der Akne hängt immer von der Akneform und dem Schweregrad der Akne ab. In jedem Fall braucht eine Behandlung einer Akne Zeit und manchmal auch einige Versuche, um für den Betroffenen das beste Mittel, welches am wirksamsten ist, herauszufinden. Denn nicht jedes Mittel bzw. Medikament hilft jedem Menschen gleich gut.
Haben Sie das Gefühl, dass die Behandlung erfolglos ist und bleibt, so sollten Sie in jedem Fall erneute ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen und nach Rat fragen.
Das Ziel einer Akne- Behandlung ist:
- überschießende Talgproduktion der Haut zu unterdrücken
- Verhornungsstörungen zu beseitigen
- Entzündungen und eventuelle bakterielle Infektionen zu bekämpfen
- Die Haut ausreichend zu desinfizieren
- Die Neubildung der Haut anzuregen
Bei einer leichten Akneform das Ziel oft schon durch ein regelmäßiges Reinigen bzw. Auftragen von tensidfreien Tinkturen, Wässern oder Cremes erreicht werden. Diese Produkte erhalten Sie auf Empfehlung vom Arzt in der Apotheke oder manchmal in einer Drogerie.
Vermeiden Sie in jedem Fall eine Anwendung von fetthaltigen Salben, Kosmetika usw.
Leiden Sie unter einer schweren Akneform, so wird Ihnen der Arzt Produkte verschreiben, die lokal auf den betroffenen Hautpartien aufgetragen werden, beispielsweise als Salbe, Creme, Tinkturen oder Lotion oder in Form von Tabletten eingenommen werden ( systemische Anwendung ) . Die parallele Anwendung von der lokalen und systemischen Anwendung ist in manchen Fällen ebenso zu empfehlen.
Folgende Wirkstoffe und Maßnahmen kommen dann zum Einsatz:
- Zink
- Salizylsäure
- Antibiotika
- Benzoylperoxid
- Isotretinoin ( Vitamin A – Präparat )
- Azelainsäure
- Kortison ( bei starken Entzündungen )
- Hormontherapie bei Frauen in Form einer speziellen Antibaby- Pille
- UV- Bestrahlung beim Arzt
Bitte geben Sie bei Verdacht einer Schwangerschaft sofort Ihren behandelnden Arzt Bescheid, da einige Medikamente gegen Akne nicht in der Schwangerschaft eingenommen werden dürfen.
Hängt Ihre Akneform von äußeren Faktoren ab, zum Beispiel von Kosmetika oder Medikamente, so diese Ursachen sofort zu beseitigen.
Falls Sie von der schweren chronischen Acne inversa betroffen sind, die hauptsächlich Hautveränderungen im Leisten-, Anal-, Brust- und Achselhöhlenbereich verursacht, sehen viele Ärzte zu der zusätzlichen medikamentösen Behandlung eine chirurgische Behandlung als sinnvoll. Dabei werden dann die großflächigen Hautveränderungen herausgeschnitten. Außerdem sollte auf jeglichen Nikotinkonsum verzichtet werden.
Es ist nicht erwiesen, dass die Ernährung bei der Entstehung oder Verschlimmerung der Akne eine wesentliche Rolle spielt. Es gibt also keine Lebensmittel, beispielsweise Schokolade, die die Hauterkrankung verbessern oder verschlimmern lässt.
Verlauf:
Handelt es sich um eine gewöhnliche Akneform zum Beispiel um die Acne vulgaris, die im jugendlichen Alter auftritt, so heilt diese Hauterkrankung meistens bis zum 25. Lebensjahr problemlos aus. Einige Male leiden Frauen bis zum 40. Lebensjahr unter den Hautveränderungen.
Der Verlauf lässt sich von den Betroffenen selber stark beeinflussen. Hier ist eine frühzeitige und ausdauernde Behandlung beim Arzt sehr wichtig. Denn nur so können Komplikationen und Narben verhindert werden.
Selbstversuche, die Akne zu verbessern sind also absolut nicht anzuraten.
Bei den schweren Akneformen kann sich ein ungünstiger Verlauf entwickeln. Bei der Acne inversa kann sich ohne ärztliche Therapie ein Hautkrebs entwickeln.
Auch die Acne Conglobata verläuft sehr langwierig, manchmal chronisch, aber mit dem richtigen Medikament kann oft eine Besserung der Hautveränderungen geschafft werden.
Vorbeugen:
Prinzipiell können Sie leider der Entstehung der gewöhnlichen Akne nicht vorbeugen, da diese genetisch veranlagt ist.
Dennoch gibt es einige Punkte, die Sie beachten sollten, um die Gesundheit der Haut zu fördern:
- Reinigen Sie Ihre Haut täglich mit einer tensidfreien, pH- neutralen Waschlotion, die ohne Parfüm und Zusatzstoffe ist
- Pflegen Sie Ihre Haut nach dem Waschen mit einer auf Feuchtigkeitscreme. Diese sollte auf Wasserbasis sein, da fettige und ölige Produkte die Hautporen verstopfen lassen
- Achten Sie auch bei Sonnenschutzmitteln und Kosmetika auf deren Bestandteile
- Setzen Sie sich nicht der direkten Sonne aus
- Vermeiden Sie zu viel Wärme, vor allem die trockene Heizungsluft, und zu viel Kälte. Ein gesundes Gleichgewicht im Winter ist ratsam.
- Vermeiden Sie jeglichen Nikotinkonsum
Drücken Sie nicht selber an Pickeln und Komedonen herum. Dieser kann sich entzünden und eine bleibende Narbe verursachen