Definition:
Bei einer Allergie handelt es sich um eine Abwehrreaktion unseres Immunsystems gegenüber körperfremde Substanzen, die dem Körper üblicherweise nicht schaden oder bedrohen.
Solche Substanzen können zum Beispiel sein:
- Blütenpollen
- Tierhaare
- Hausstaubmilben
- Schimmelpilz - Sporen
- Insektengifte
- Nahrungsmittelallergie
- Kontaktekzem ( z. B. mit Metallen, Latex )
- Blutgruppen- Unverträglichkeit
Bei einer Allergie kann unser Abwehrsystem nicht mehr richtig abwägen, ob der „Eindringling“ unseren Körper angreifen möchte und die Gesundheit bedroht oder nicht. Dadurch löst er eine verstärkte Abwehrreaktion aus, die Symptome mit einem unterschiedlichen Schweregrad mit sich bringt.
Ursachen:
Es gibt einige verschiedene Ursachen, die eine Allergie auslösen kann. Die Überempfindlichkeitsreaktion kann von Geburt an auftreten oder nach und nach von unserem Körper entwickelt werden.
Zusammenfassend betrifft es folgende Ursachen:
- Genetische Veranlagung
- Stress
- Umweltverschmutzung und Gifte
- Ernährungsgewohnheit
Genetische Veranlagung:
Oft liegt die Ursache bei der Allergie in unseren Genen. Sind Ihre Familienangehörigen ersten Grades ebenso an einer Allergie erkrankt, zum Beispiel einem Kontaktekzem, Heuschnupfen, Neurodermitis oder an einem allergischen Asthma, dann besteht eine gewisse Anfälligkeit bei Ihnen ebenfalls an solch einer Allergie zu erkranken.
Stress
Stress ist eine Ursachen- Möglichkeit, wenn man beispielsweise unter einer Neurodermitis oder einem allergischen Asthma leidet. Nicht nur der eigene Stress ist dabei entscheidend, auch der Stress im eigenen Umfeld, spielt eine große Rolle. Dies sieht man besonders häufig bei Kindern, die an Neurodermitis erkranken. Hier kann unter anderem Stress der Bezugspersonen eine Ursache dafür sein, da die Kinder sehr sensibel darauf reagieren.
Da der Stress unser Abwehrsystem stark einschränkt, wird unser Körper weit aus anfälliger und reagiert mit einer Allergie.
Umweltverschmutzung und Gifte
Der Mensch ist tagtäglich unzähligen Umweltverschmutzungen und Giften ausgesetzt. Sei es bei einem Spaziergang, beim Putzen der Wohnung oder beim Essen eines Apfels.
Überall begegnen uns chemische Stoffe und Gifte, die für manche Menschen sehr gefährlich werden können. Sie reagieren mit einer Allergie, manchmal nur mit einem Schnupfen und manchmal auch mit einem lebensbedrohlichen Schock.
Ernährung
Viele Menschen leiden unter einer Lebensmittelallergie. Dabei sind die Lebensmittel die Ursache, der auftretenden Symptomen. Es mag nicht einfach für manche Menschen zu sein, auf solche Allergie- auslösende Nahrungsmittel zu verzichten. Doch wer sich nach dem Verzehr schlecht fühlt verzichtet lieber auf diese Lebensmittel.
Symptome:
Je nachdem auf welche Substanz bzw. unter was für eine Allergie man leidet, so können verschiedene Symptome auftreten, wie zum Beispiel:
Neurodermitis ( allergiebedingt )
- Ekzem an den Gelenkbeugen ( Kniekehlen, Ellenbeugen, Handgelenke ) ( hauptsächlich bei Erwachsenen )
- Ekzem im Gesicht und den Streckseiten der Arme und Beinen ( bei Kindern )
- Starker Juckreiz der betroffenen Hautstellen
- Geht meistens mit Heuschnupfen oder Asthma einher
- Wiederkehrender Verlauf ( schubweise )
Schnupfen ( allergischbedingt )
- Fließschnupfen
- Geschwollene Nasenschleimhaut, verstopfte Nase und Nasennebenhöhlen
- Niesanfälle bzw. Niesreiz
- Juckreiz in der Nase, Mund, Rachen, Augen, manchmal auch Ohren
- Brennende und / oder tränende Augen
- Geschwollene Augenlider und / oder eine Bindehautentzündung
- Gestörtes Geschmacks- und Geruchsempfinden
- Konzentrationsstörungen
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit
- Schlafstörungen
- Manchmal zusätzliche allergiebedingte Neurodermitis- Schübe
Lebensmittel Allergie
- Fließschnupfen
- Verstopfte Nase bzw. geschwollene Nasenschleimhaut
- Juckreiz und Brennen im Mund
- Geschwollene Lippen
- Husten
- Atemnot
- Kopfschmerzen
- Konzentrationsstörungen
- Kreislaufprobleme bzw. Schwindel
- Bauchschmerzen
- Übelkeit und Erbrechen
- Durchfall
- Juckreiz der Haut
- Quaddeln auf der Haut ( Urtikaria )
- Schwellung der Haut ( Angioödem )
Anaphylaktischer Schock
Der anaphylaktische Schock, auch allergischer Schock genannt, ist die schwerste allergische Reaktion des Körpers auf eine Substanz ( zum Beispiel auf Insektengifte, Medikamente Nahrungsmittel usw. ). Diese Reaktion tritt innerhalb von Sekunden auf und macht sich wie folgt bemerkbar:
- Trockenem Mund
- Zungenbrennen
- Übelkeit und / oder Erbrechen
- Kreislaufbeschwerden
- Akute Atemnot
- Konzentrationsstörungen
- Sehstörungen
- Schneller und flacher Puls
Bei diesen Anzeichen sollte unbedingt und so schnell wie möglich ein Notarzt alarmiert werden. Der Betroffene droht in eine Bewusstlosigkeit zu fallen und begibt sich in Lebensgefahr. Bei dem anaphylaktischen Schock weiten sich die Blutgefäße extrem, daher kommt es zu einem plötzlichen und starken Blutdruckabfall. Da außerdem noch Flüssigkeit aus den erweiterten Gefäßen in das umliegende Gewebe fließt, wird die Durchblutung der lebenswichtigen Organe, wie das Herz deutlich vermindert. Dieser Zustand ist lebensbedrohlich! Rufen sie unverzüglich einen Notarzt!
Diagnose:
Der erste Weg, bei einem Allergie- Verdacht, ist in der Regel der Gang zum Hausarzt. Es ist jedoch auch möglich bei entsprechenden Symptomen auf der Haut sofort einen Hautarzt ( Dermatologen ) aufzusuchen.
Anamnese
In beiden Fälle erhebt der Arzt zunächst die Anamnese ( Krankheitsgeschichte ). Die Anamnese ist bei jeder Krankheit die Basis für die Diagnosestellung. Der Arzt wird Ihnen einige Fragen zum bisherigen Verlauf der Krankheit bzw. der Symptome stellen. Auch interessiert er sich für die erblichen Vorbelastungen in Ihrer Familie. In manchen Praxen kommen auch vorab Fragebögen, die Sie im Wartezimmer ausfüllen, zum Vorschein.
Allergie-Test
Als nächstes wird in der Regel ein Allergie-Test, oder auch Haut-Test genannt, durchgeführt. Hier werden unterschiedliche Allergene in einer hoch konzentrierten Form auf Ihre Haut gebracht. Diese verweilen dann ca. 20 bis 30 Minuten auf Ihrer Haut ohne jegliche Berührungen Ihrerseits. Anschließend schaut der Arzt, ob die Haut auf die Allergene reagiert hat. Man unterscheidet bei den Allergie- Test je nach Ausführung zwischen:
- Prick- Test
- Intracutan- Test
- Scratch- Test
- Reib- Test
- Epikutan- Test
Die meisten Ärzte verwenden allerdings den Prick- Test.
Bluttest
Zusätzlich zu dem Allergie- Test kann auch ein Bluttest die Diagnose bestätigen.
Dabei wird der Gesamtgehalt der Immunglobuline- E ( IgE ) oder das allergenspezifische Immunglobulin ( IgE ) bestimmt. Immunglobuline sind Antikörper, die vom Körper gebildet werden um die „angreifenden“ Substanzen abzuwehren.
Häufig wird der Radio- Allergo- Sorbent- Test ( RAST ) von den Ärzten verwendet.
Provokationstest
Hat der Allergie-Test und der Blut- Test keine eindeutigen Ergebnisse geliefert, so kann der Provokationstest vielleicht den Allergieauslöser herausfinden. Bei dem Provokationstest werden die vermuteten Allergene sofort auf die Schleimhäute aufgetragen, geschluckt, inhaliert oder manchmal auch injiziert. Da es auch hier zu einem anaphylaktischen Schock kommen kann, ist die Durchführung des Provokationstests nur in Ausnahmefällen und unter ärztlicher Aufsicht durchzuführen. Dies kann entweder in einem Krankenhaus oder in einer spezialisierten Facharztpraxis praktiziert werden.
Therapie:
Je nachdem um welche Allergie und um dessen Schweregrad es sich handelt gibt es einige Möglichkeiten, die Allergie-Symptome zu mindern bzw. zu umgehen.
Allergiekaren
In erster Linie gilt bei der Therapie einer Allergie, möglichst die Allergene zu vermeiden, dies wird auch Allergiekarenz genannt. Denn, wenn man mit der allergieauslösenden Substanz erst gar nicht in Kontakt kommt, so kann auch keine Allergie entstehen. Dies ist möglich bei einer Kontaktallergie oder einer Medikamentenallergie, aber nicht bei einer Pollenallergie, Hausstauballergie oder einer Tierhaarallergie. In diesen Fällen muss eine andere Behandlungsmethode erfolgen.
Medikamentöse Behandlung
Es ist besonders wichtig zu verstehen, dass eine medikamentöse Behandlung keine Heilung der Allergie bewirkt sondern nur eine Linderung bzw. eine Unterdrückung der Symptome.
Am meisten finden folgende Wirkstoffgruppen Verwendung:
Bei der Einnahme von Antihistaminika ist bereits nach 15 bis 30 Minuten eine Linderung der Beschwerden zu bemerken. Es finden sowohl lokale Antihistaminika ( z. B. Nasentropfen ) als auch systemische Antihistaminika ( z.B. in Tablettenform ) bei einer Allergie Anwendung.
Charakteristisch und nicht gerade positiv ist bei den Mastzellenstabilisatoren, dass die Wirkung erst nach etwa ein bis zwei Wochen eintritt, da die Wirkstoffe nur ganz langsam in das Gewebe abgegeben werden können. Außerdem ist die Wirkung der Mastzellenstabilisatoren äußerst gering, sodass die Anwendung dieser Medikamente nur bei einer leichten Allergie oder präventiv anzuraten ist. Die Behandlung hat solange zu erfolgen, bis der Betroffene den Allergenen nicht mehr ausgesetzt ist.
Glukokortikoide sind kortisonhaltige Medikamente, die eine entzündungshemmende Wirkung besitzen. Eingesetzt werden sie hauptsächlich bei allergischem Schnupfen, Neurodermitis, Kontaktekzem und allergiebedingtem Asthma. Die Glukokortikoide sollten erst Anwendung finden, wenn keine Antihistaminika und keine Mastzellenstabilisatoren Linderung schaffen konnten, da die Medikamente viele unerwünschte Nebenwirkungen haben können.
Hyposensibilisierung
Die Hyposensibilisierung, auch spezifische Immuntherapie oder Desensibilisierung genannt, ist eine der wenigen Therapien, die gegen die Ursache der Allergie wirkt. Ziel dieser Therapie ist es, das Immunsystem nach und nach gegen den allergieauslösenden Stoff unempfindlich zu machen. Dabei werden am Anfang der Behandlung geringe Mengen des Allergens unter die Haut gebracht bzw. gespritzt. Während der Therapie wird die Menge des Allergens individuell, je nach Verträglichkeit des Patienten, gesteigert. Durch die Gewöhnung des Immunsystems an das Allergen, gehen die Symptome immer weiter zurück. Die Behandlung kann sehr langwierig sein, so dass Geduld des Patienten erforderlich ist. Anwendung bekommt die Hyposensibilisierung vor allem bei:
Sonstige Therapieformen:
- Bioresonanztherapie beim Heilpraktiker ( bringt in der Regel sehr gute Ergebnisse )
- Ernährungstherapie
- Naturheilverfahren
- Inhalationstherapie ( lokale Behandlung der Atemwege )
- Hochsee- und Reizklimatherapie
- Sauerstofflangzeittherapie
- Entspannungs- bzw. Anti- Stress- Therapie
- Salbentherapie ( lokale Behandlung der Haut mit Cremes bzw. Salben )
- Physikalische Therapien ( Atemtherapie, Hydrotherapie )
- Balneo- ( Photo- ) Therapie
Jede Behandlungsmethode sollte immer mit Absprache mit einem Arzt bzw. einem Facharzt erfolgen.
Komplikationen:
Je nachdem, um welche Allergie und um welchen Reaktionstyp es sich handelt, können vereinzelt Komplikationen auftreten, zum Beispiel:
- Asthma bronchiale
- Luftnot
- Chronische Mittelohrentzündung
- Nasennebenhöhlenentzündung
- Schluckbeschwerden
- Organschäden
In jedem schweren Allergieverlauf kann es zu einem anaphylaktischen Schock kommen, der sofort unter einer ärztlichen Behandlung muss, da er lebensbedrohlich ist.
Verlauf:
Da es viele verschiedene Allergieformen mit einem unterschiedlichen Schweregrad gibt, kann man die Prognose nicht eindeutig vorhersagen.
Bei jedem Betroffenen verläuft eine Allergie anders. Mancher Allergiker ist nach einem halben Jahr beschwerdefrei und manche Allergien bilden sich erst nach Jahren wieder zurück. Werden die Allergene jedoch vollständig vermieden, so entstehen auch keine Symptome.
Auch kommt es recht häufig vor, dass der betroffene Allergiker plötzlich auf ein anderes Allergen reagiert.
Vorbeugen:
Viele Allergiker hätten ihrer Allergie nicht vorbeugen können, da diese auch genetisch veranlagt sein kann. Dennoch kann man einiges tun um einer Allergie möglichst aus dem Weg zu gehen.
Generell ist es wichtig, die entsprechenden Allergene zu meiden. Handelt es sich zum Beispiel um eine Hausstauballergie, einem Heuschnupfen oder einer Tierhaarallergie, so ist dies im Alltag nicht immer so einfach.
Dennoch ist es jedem Pollenallergiker anzuraten, sich über die aktuellen Pollenbelastungen in der Luft zu informieren. Sei es über das Radio, über die Zeitung, über das Internet, über das Fernsehen oder über den telefonischen Informationsdienst, dort bekommen Sie Auskunft.
Leiden Sie an solch einer schweren Allergie, so kann ein Klima- bzw. Ortswechsel für die Zeit sinnvoll sein. Machen Sie doch einige Wochen Urlaub am Meer oder in den Bergen.
Als Allergiker sollten Sie sowohl auf passiven als auch aktiven Zigarettenrauch verzichten. Denn darin befinden sich Stoffe, die für unser Immunsystem schädlich sind und somit das Allergierisiko erhöht. Dies gilt auch für die Zusatzstoffe in Lebensmittel.
Allergien treten in bestimmten Berufen häufiger auf, als bei anderen. Bei bereits bestehender Allergie können diese die Allergie auch verschlechtern. Dazu zählen zum Beispiel:
- Friseure
- Krankenpflegepersonal
- Ärzte und Arzthelferinnen
- Reinigungskräfte
Das Problem für Allergiker bei diesen Berufen ist, das ewige Händewaschen und der Kontakt mit Desinfektionsmittel oder Reinigungsmitteln. Dadurch wird die natürliche Hautschutzbarriere angegriffen und die Allergene können leichter in die Haut eindringen. In den meisten Fällen entsteht auch so die allergische Erstreaktion. Dies können Sie allerdings umgehen, indem Sie sich regelmäßig mit Pflegeprodukten eincremen, die beispielsweise folgende Inhaltsstoffe enthalten:
- Urea pura
- Dexpanthenol
- Aloe Vera
- Sanddorn
Auch ist die Anwendung von pH- neutraler und seifenfreier Waschlotion sehr ratsam, da sie den natürlichen Säureschutzmantel der Haut nicht angreifen und der Haut die notwendige Feuchtigkeit geben.
Auch wird gesagt, dass Säuglinge, deren Eltern eine allergische Erkrankung haben, möglichst mindestens bis zum 4. Monat gestillt werden sollten. Dadurch wird das Risiko eine Allergie zu entwickeln deutlich gesenkt.
Konnte der Arzt bzw. der Facharzt ein oder mehrere Allergen genau bestimmen, so wird er Ihnen einen Allergiepass ausgestellt haben. Dort sind alle allergieauslösenden Stoffe aufgelistet. Allergiker sollten daher immer diesen Allergiepass und die eventuelle Notfallmedikation bei sich führen.